Obwohl die Kremsmünsterer Gründungsurkunde aus dem Jahre 777 Weißkirchen nicht namentlich erwähnt, werden die in ihr genannten Fischer und Schmiede dort zu suchen sein. Die planmäßige Besiedelung des Gebietes erfolg von Leombach im Südwesten in Richtung Norden zur Traun hin. Als „Wizchirchen“ wird Weißkirchen erstmals in einem Kremsmünsterer Teilurbar aus dem 12. Jhdt. erwähnt. Vielleicht geht der Vorläufer der heutigen Kirche auf die Zeit Bischof Altmanns von Passau (gest. 1091) zurück, von dem wir wissen, dass er der sich vielfach um den Steinbau von Kirchen bemühte. So scheint es durchaus möglich, dass man eine solche als „weiße Kirche“ kennzeichnen wollte. Auch das Patrozinium „Mariä Himmelfahrt“ weißt in diese Zeit zurück. Erst im Jahre 1242 kam die Kirche durch einen Tausch mit dem Passauer Bischof Rudiger von Radeck an das Stift Kremsmünster. Die Seelsorger übten damals fast durchwegs Weltgeistliche aus. Die bis heute bestehende Reihe von Kremsmünsterer Konventualen eröffnete erst P. Matthias Pierbaum im Jahre 1642. Die Ausdehnung des Pfarrbezirkes war einstmals viel größer als heute. Er schloss einen Teil der Pfarren Sipbachzell, Schleißheim, Neuhofen und Pucking mit ein. Ende des 15. Jhdt. wird eine Filialkirche von Allhaming errichtet (1785 zur Lokalkaplanei erhoben), und Eggendorf (bis dahin Filiale von Weißkirchen), ausgeschieden. Der rittermäßige Adel, der im Besitz der in der Umgebung von Weißkirchen gelegenen Schlösser Dietach, Weitersdorf, Eggendorf und Hueb war, erwies sich bis zum Beginn der Neuzeit wiederholt als Wohltäter der Kirche. Dazu kam, dass zahlreiche Mitglieder dieser Adelsfamilie ihre letzte Ruhestätte in der Pfarrkirche fanden. Da alle Schlossherrn der Umbebung zur Zeit der Reformation dem Luthertum zugetan waren, unterblieb seit Ende des 16. Jhdt. ihre Beisetzung in der Pfarrkirche.
Die KircheSie zählt zu den schönsten und anmutigsten Kremsmünsterer Landkirchen der Spätgotik. In gotischen, heute stark verwitterten Ziffern, findet sich die Jahreszahl 1484 in einer steinernen Schriftrolle an der Kante eines Strebepfeilers außen am Chorabschluss eingemeißelt. Die Jahreszahl 1527 findet sich ebenfalls an einem Schriftband am Scheitelpunkt des Thriumpfbogens im Innern der Kirche. Eng verbunden mit der zweischiffigen Hallenkirche sind der Kremsmünsterer Abt Ulrich Schoppenzaun (gest. 1484) und der für ca. 1480 nachweisbare Pfarrer Magister Leopold Pranntz (gest. 1490), der zugleich Wiener Domherr, Passauer Offizial und Rektor der Wiener Universität war. Bald nach 1500 wurde der Südportal- Vorhalle ostwärts eine Kapelle angefügt, die durch Arkaden mit dem Langhaus verbunden ist. |
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Das Kirchinnere:Die Innenausstattung der Kirche war früher wesentlich reicher als heute. So hatte die Kirche im Jahre 1604 nicht weniger als 7 Altäre. Die reiche Ausstattung fiel fast restlos der Neugotisierung der Kirche in der 2.Hälfte des 19. Jhdt. zum Opfer. Es ist der Verdienst der ehemaligen Pfarrer von Weißkirchen, P. Roman Pröll (1955 – 1978) und P. Christoph Eisl (1978 – 1991) und der spende- und arbeitsfreudigen Bevölkerung, durch großangelegte Renovierungsarbeiten der Kirche wiederum etwas von ihrem alten barocken Glanz verliehen zu haben. Rechter Seitenaltar:Bild der Geburt Christi und der Anbetung der Hirten (1628). Linker Seitenaltar:Altarbild aus dem 18.Jhdt. Es zeigt den hl. Georg im Drachenkampf zwischen den Bischöfen Nikolaus und Wolfgang, und im Hintergrund die befreite Königstochter, die nach der Legende dem Drachen hätte geopfert werden sollen. Auch die Marienszene im oberen Teil des Bildes steht im bezug zur Legende, derzufolge nach dem Tod des Drachen der König ein Heiligtum für Georg und die Großmutter errichtet.
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Von der Mayer´schen Kunstanstalt in München (1872) errichtet.
Links die hl. Barbara, rechts die hl. Katharina (beide Statuen vom einstigen neugotischen Hochaltar vom 1870).
Die Statuen der Heiligen Sebastian und Antonius. Beim Emporenaufgang befindet sich die moderne Skulptur des hl. Niklaus von der Flüe.
Kreuzigungsgemälde aus dem 2. Viertel des 18. Jhdt.
Er geht zurück auf eine testamentarische Stiftung der Pfarrersköchin Anna Wickhof aus dem Jahre 1754. Das wertvolle Altarbild (Mutter Anna unterweist Maria im Lesen des alten Tastamentes) wird Bartolomeo Altomonte (gest. 1783) zugeschrieben. Davor rechts: Barocker hl. Florian von einem Seitenaltar aus dem Jahre 1739.
Spätgotischer Fuß aus dem Jahre 1554. Der neugotische Kanzelkorb (Jesus und die 4 Evangelisten) wurde 1871 entworfen.
Der barocke Hochaltar wurde 1968 aufgestellt (anstatt des neugotischen von 1870). Er stammt aus der Thalheimer St. Ägydien Kirche (1678 auf Kosten des Welser Ratsbürgers Matthias Maxwald angeschafft). Die Mensa dient heute als Volks-(Tisch-)Altar. Das Hauptbild (mit der Himmelfahrt Mariens) stammt aus dem Bilderdepot des Stiftes Kremsmünster (Künstler unbekannt). Die Krönung Mariens (Krönungsgruppe mit der hl. Dreifaltigkeit von Anton Remele) gehört zum Barocken Hochaltar von 1736. Spätgotischer Taufstein aus rotem Marmor.
Der mächtige Westturm wurde erst 1629 vollendet. Sein Turmhelm (seit 1900) wurde dem der Pfarrkirche in St. Valentin, in N.Ö. nachgebildet. Die Priestergruft wurde 1844 nach Plänen des aus Weißkirchen gebürtigen Kremsmünsterer Zeichenlehrers (Adalbert Stifter) Georg Riezlmairs gebaut. Im Jahre 1575 ist die Sakristei an die Annenkapelle angefügt worden. Der sogenannte „Kleine Kreuzweg“, bestehend aus acht Fresken (1714 angeschafft), wurde 1954 zum Teil restauriert und neu gemalt. Beachtenswert sind auch die barocken Schmiedeeisenkreuze auf dem Friedhof, dessen Sauberkeit und Blumenschmuck seit Jahren vorbildlich ist.
Der Pfarrhof:Er geht im Grundbestand auf das ausgehende 16. Jhdt. zurück. Seine idyllische Lage an einem Teich lässt die Vermutung zu, dass er die nachfolge einer kleinen Wasserburg bildet. Zu den größten sichtbaren Leistungen der letzten Zeit gehören ohne Zweifel der Neubau des Pfarrheimes, die Erneuerung des Pfarrhofes, die gründliche Renovierung der Kirche und die Errichtung bzw. Erneuerung der Friedhofsmauer (zwischen 1979 und 1990). |
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